Ardbeg

Besonderheiten

Die Ardbeg Destillerie steht an der Südküste der Insel Islay (sprich: >Eila<). Die Insel Islay ist die südlichste der Hebriden. Auf der Höhe von Glasgow gelegen, ist Islay bekannt und auch berüchtigt für seine rauchigen Whiskies. Die Ardbeg Destillerie ist eine von vier, die sich wie eine Kette an der Küste auffädeln. Die anderen sind Port Ellen (nicht mehr in Betrieb. Mittlerweilen eine Mälzerei, die das Malz für fast alle Brennereien auf Islay herstellt) Lagavulin und Laphroaig.
Ardbeg sprich: >Ardbég< bedeutet soviel wie „kleiner Hügel“
Vom Festland kommend, nimmt man die Fähre von Kennacraig nach entweder Port Askaig oder nach Port Ellen. Von Port Askaig sind es 25 Meilen zur Ardbeg Destillerie, und man durchfährt bereits die gesamte Insel vom Norden nach Süden. Von Port Ellen sind es nur mehr 3 Meilen bis zur Ardbeg Destillerie. Ganz in der Nähe der Ardbeg Destillerie, am Ende der A846, steht das berühmte Steinkreuz von Kildalton, das die ersten Siedler während der Christianisierung hier aufgestellt haben.
Die Geschichte der Ardbeg Destillerie zeigt, wie sehr es - gerade in der Whiskyindustrie Berg- und Talfahrten gibt und gab. Einige Ardbeg Freunde bezweifeln, dass es die Brennerei überhaupt noch gäbe, wenn nicht 1997 Glenmorangie als „Retter“ aufgetaucht wäre. Allied, die früheren Besitzer ließen nur noch ein paar Monate im Jahr Whisky brennen, einfach um genügend Grundstoff für deren blended Whiskies zu haben. Das Hauptaugenmerk legte Allied damals auf die Laphroaig Destillerie, die auch zu Allied gehörte. Aber es gab damals noch andere Interessenten für Ardbeg. Mark Reynier von Murray McDavid (der später Bruichladdich gekauft hat) und Andrew Symington von Signatory (der später Edradour kaufte) beide waren als potentielle Käufer anwesend. Jedenfalls ist es gut, dass diese Destillerie noch existiert, und alle Freunde von Ardbeg sehnen sich nach Neuem. Wie zum Beispiel der Ardbeg Serendipity, der im Frühjahr 2005 alle überraschte. Ardbeg hat durch eine Unachtsamkeit Whiskies der Glen Moray Destillerie (gehört auch zu Glenmorangie) zur Abfüllung von einem älteren Ardbeg gemischt. Das Resultat ist ein hochwertiger blended Whisky, den es in dieser Form nicht mehr geben wird.

Historisches

Aus dem Jahre 1794 gibt es die ersten Aufzeichnungen einer Destillerie auf dem Grundstück wo heute noch die Ardbeg Brennerei steht. Alexander Stewart war der Gründer von Ardbeg.
 

1798  Die MacDougalls, später auch Lizenznehmer von Ardbeg, sind aktiv in der Destillerie tätig, und es ist im speziellen Duncan MacDougall, der die Geschicke von Ardbeg leitet.
1815  Die jetzige Brennerei Ardbeg wird von John MacDougall, dem Sohn von Duncan gegründet
1853 Alexander MacDougall, Sohn von John, stirbt, und seine Schwestern Margaret und Flora MacDougall übernehmen - zusammen mit Colin Hay - Ardbeg.
1888  Colin Elliot Hay und Alexander Wilson Buchanan erneuern deren Lizenz zum Brennen von Whisky.
1900  Colin Hay´s Sohn übernimmt die Lizenz.
1959  Die Ardbeg Distillery Ltd. wird gegründet.
1973  Hiram Walker und Distillers Company Ltd (DCL) kaufen die Ardbeg Destillerie um 300.000 Pfund vom Ardbeg Distillery Trust.
1974  Dieses Jahr wird von vielen als das Jahr angenommen, in dem der letzte „alte“ rauchigen Malt produziert wurde. Seit 1974 wird auch nicht mehr in der eigenen Mälzerei gemälzt.
1977  Hiram Walker übernimmt die alleinige Kontrolle über Ardbeg. Die Mälzerei wird geschlossen.
1979  Kildalton ein weniger getorfter Malt wird für einige Jahre erzeugt.
1981  Die Ardbeg Destillerie wird im März geschlossen.
1987  Allied Lyons übernehmen Hiram Walker  und dadurch auch Ardbeg.
1989  Ian Henderson, der mittlerweile legendäre Destillerie Manager übernimmt die Ardbeg Brennerei, und die Produktion wird wieder aufgenommen. Das gesamte Malz wird in Port Ellen erzeugt.
1996  Die Produktion von Ardbeg wird wieder gestoppt, und Allied Distillers entscheiden, die Destillerie im Herbst verkaufen zu wollen.
1997  Glenmorangie plc kauft die Ardbeg Destillerie um 7 Mio. Pfund (5,5 Mio. davon waren für den gelagerten Whisky) und investiert noch einmal soviel um Ardbeg zu renovieren.
1998  Das neue Besucherzentrum von Ardbeg wird eröffnet, und der Ardbeg Provenance wird abgefüllt.
2000  Der 10 jährige Ardbeg wird der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Das Ardbeg Committee wird gegründet - ein weltweites Forum aller Ardbeg Liebhaber - und hat nach wenigen Jahren bereits 30.000 Mitglieder.
2001  Ardbeg Lord of the Isle 25 years und der Ardbeg 1977 werden auf den Markt gebracht
2003 Der erste Ardbeg Uigeadail wird vorgestellt.
2004  Moet Hennessy (deren Besitzer sind LVMH und Diageo) kauft die Mehrheit der Aktien an Glenmorangie plc. von den Gründerfamilien Macdonald & Muir. Der Ardbeg very young (6 Jahre) wird erwartet. Dies ist die erste Version des Ardbeg nach der Übernahme durch Glenmorangie plc. Er ist wieder genau so stark getorft wie die ursprünglichen Ardbeg waren.
2006   Ardbeg still young (8 Jahre) wird vorgestellt.
2007   Ardbeg almost there (9 Jahre) kommt in kleinen Mengen auf den Markt.
2008  Der erste Ardbeg 10 years der unter der Führung von Glenmorangie plc. gebrannt wurde, ist ab Juli in Östereich erhältlich und heißt Renaissance, ist in Faßstärke mit 55,9% vol. abgefüllt.