Longmorn

Besonderheiten

Die Longmorn Destillerie liegt an der südlichen Grenze des Städtchens Elgin in der Region Speyside. Direkt an der A941 Richtung Rothes. Wenn man etwas aufpaßt kann man von der Straße aus die Brennerei sehen, mit dem Schriftzug Longmorn Distillery auf dem Dach eines der Lagerhäuser.
Longmorn sprich >longmorn< bedeutet auf Gälisch soviel wie „Platz des Heiligen Mannes“ und bezieht sich auf eine alte Fabel, in der vor vielen Jahrhunderten jener Mann eine kleine Kapelle baute, auf deren Platz nun die Longmorn Destillerie steht. Longmorn war eine der letzten Brennereien, die die Kohlefeuerung der Brennblasen gegen die nun übliche Dampfheizung austauschte (1994). Liebhaber des Longmorn befürchten nun, daß diese Änderung auch den Geschmack des Malt verändern könnte. Ja, es gibt sie die Liebhaber dieses tollen Malt. Die unglaubliche Komplexität des Longmorn hat den Whiskyexperten Jim Murray in seinem „The complete guide to Whisky“  sogar dazu veranlaßt, Longmorn unter die zehn besten Malts weltweit zu reihen. Sonst hat Longmorn keine aufregende Geschichte hinter sich. Ausser der Tatsache, dass Longmorn eine der ganz wenigen Destillerien ist, die seit ihrer Gründung nie geschlossen wurde.
Longmorn war auch die erste Station für den Vater des japanischen Whiskies, Masataka Taketsuru, der als Student in Jahre 1919 nach Schottland kam, um über die Whisky Produktion zu lernen. Obwohl er nur 10 Tage in Longmorn blieb, war er so beeindruckt, daß er die Longmorn Destillerie als Model nahm, als er  1934 seine erste Brennerei – die Yoichi Destillerie - in Hokkaido gündete.

Historisches

Im Jahre 1893 hat John Duff & Company, die im Jahre 1876 bereits die Glenlossie Destillerie erbaute, mit dem Bau der Longmorn Destillerie begonnen. John Duff, George Thomson und Charles Shirres sind Partner dieser Firma. Die Kosten für den Bau erreichten 20.000 Pfund.

1894  Die Produktion beginnt im Dezember dieses Jahres.
1897  John Duff kauft die Anteile der anderen Partner und formt die Longmorn Distillery.
1898  John Duff baut eine neue Destillerie gleich neben Longmorn. Die BenRiach Destillerie, die damals unter dem Namen Longmorn2 firmierte. Der Pattison crash trifft John sehr hart, und er ist gezwungen deine Anteile an die Bank zu verpfänden. Als er aber seine Raten nicht mehr bezahlen konnte, verkauft die Bank die Anteile an James R. Grant und schließlich werden Grants beide Söhne und Tommy Dewar Teilhaber der Destillerie.
1970  Die Longmorn Distillery Company wird mit The Glenlivet & Glen Grant Distilleries und Hill Thomson & Co. Ltd. verschmolzen. Die eigene Mälzerei wird eingestellt.
1972  Die Anzahl der Brennblasen (Stills) werden von vier auf sechs erhöht.
1974  Noch zwei Brennblasen (Stills) kommen dazu, und es sind nun insgesamt 8.
1978  Seagrams übernimmt die Firma über The Chivas & Glenlivet Group. 
1994  Seagrams stellt „The Heritage Selection“ vor, und versucht damit den Erfolg der „Classic Malts of Scotland“ von Diageo zu kopieren. Neben Longmorn sind auch noch Glen Keith, BenRiach und Strathisla in dieser Heritage Selection inkludiert.
2001  Pernod Ricard kauft zusammen mit Diageo die Seagrams Spirits & Wine Company. Wegen der europäischen Wettbewerbskommision müssen sich die Beiden Seagrams teilen. Pernod Ricard übernimmt die Chivas Group, und wird somit Besitzer von Longmorn.
2004  Der 17 jährige Longmorn „cask strength“ wird abgefüllt.
2007 Der Longmorn 16 years ersetzt den 15 jährigen.